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Was ist Grundbildung?


Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, brauchen oftmals auch noch in anderen Bereichen Unterstützung.
Mit Grundbildung sind Fähigkeiten und Wissensbestände gemeint, die man braucht, um in unserer Gesellschaft teilhaben zu können.

Zum Beispiel:

  • „Schreibt man NT oder ENTE?“
  • „Sind 20 EUR zu wenig für 5 Flaschen Cola?“
  • „Wie finde ich Informationen im Internet?“
  • „Wie finde ich eine Straße auf dem Stadtplan?“
  • „Wie frage ich den Meister um Rat?“
  • „Wie stelle ich vor anderen eine Frage?“

Der Begriff „Grundbildung“ wird in Expertenkreisen stark diskutiert. Es gibt bis jetzt keine einheitliche Definition.

„Grundbildung“ wird in der Nationalen Strategie 2012-2016 erläutert:
„[…] alle Erwachsenen brauchen ein Mindestmaß an Lese- und Schreibfertigkeiten (Literacy) verbunden mit einer ausreichenden Grundbildung. Der Begriff der Grundbildung bezeichnet hier Kompetenzen in den Grunddimensionen kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe, wie:

  • Rechenfähigkeit (Numeracy)
  • Grundfähigkeiten im IT-Bereich (Computer Literacy)
  • Gesundheitsbildung (Health Literacy)
  • Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy)
  • Soziale Grundkompetenzen (Social Literacy)

Grundbildung orientiert sich somit an der Anwendungspraxis von Schriftsprachlichkeit im beruflichen und gesellschaftlichen Alltag.“

Die UNESCO beschrieb im Jahr 1997 auf der UNESCO-Weltkonferenz zum Lernen Erwachsener CONFINTEA V:
„Grundbildung für alle bedeutet, dass Menschen ungeachtet ihres Alters die Möglichkeit haben, als Einzelne oder in der Gemeinschaft ihr Potenzial zu entfalten. Sie ist nicht nur Recht, sondern auch Pflicht und eine Verantwortung gegenüber anderen und der Gesellschaft als Ganzem. Es ist wichtig, dass die Anerkennung des Rechts auf lebenslanges Lernen von Maßnahmen flankiert wird, die die Voraussetzungen für die Ausübung dieses Rechts schaffen.“