Am 25. Juni fand der 9. Berliner Fachtag für Alphabetisierung und Grundbildung erstmals unter unserem neuen Namen Stiftung Grundbildung Berlin statt. Rund 150 Fachleute und Lerner:innen aus Berlin und dem Bundesgebiet kamen unter dem Motto „Raus aus dem Tabu, rein in die Teilhabe“ zusammen, um darüber zu sprechen, wie Ausgrenzung abgebaut und Teilhabe für gering literalisierte Menschen verbessert werden kann.
Der Tag wurde moderiert von Yolanda Rother. Eröffnet wurde er von Bildungsstaatssekretärin Christina Henke:

Die neue Landeskonzeption zur Alphabetisierung und Grundbildung unterstreicht den Anspruch des Berliner Senats, Menschen mit Grundbildungsbedarf stärker zu unterstützen – im Alltag, im Beruf und bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Es ist gut und wichtig, dass wir dieses Thema künftig auch gemeinsam mit der für Antidiskriminierung zuständigen Senatsverwaltung bearbeiten. Denn nur, wenn wir Grundbildungsbedarf enttabuisieren, können wir Ausgrenzung wirksam begegnen.
Unsere Vorständin Theresa Hamilton machte in der Begrüßung deutlich, wie wichtig es ist, die Perspektive betroffener Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, und zeigte ein Videostatement von Lernerin Steffi Barkowski:
Ich würde mir gern wünschen, dass Ihr mir helft, das Leben zu ändern in Deutschland. Es gibt manche Sachen, die ich mir wünsche, die leider noch nicht klappen, nur weil man denkt, ich schaffe das nicht. Obwohl ich weiß, ich kann das, wenn ich gute Unterstützung habe von Leuten und es immer wiederhole und übe […]. Es gibt Leute, die wollen etwas, aber die können nichts dafür, wenn sie so ein Problem wie ich haben und leider nicht die Unterstützung bekommen. Das ist traurig. Können wir nicht zusammenhalten und daran etwas ändern?
Einen rechtlichen Blickwinkel brachte Nina Schröder (Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung) ein:
Sprache ist ein Merkmal, das geschützt wird im Landes-Antidiskriminierungsgesetz: Niemand darf auf Grund der Sprache diskriminiert werden. Und dazu gehört nicht nur, wie Sie sprechen, sondern auch ob und wie Sie sich schriftsprachlich ausdrücken können, können Sie gut lesen oder schreiben?
Neu in diesem Jahr war der Workshopteil als Barcamp: In Gruppen wurden aktuelle, selbstgewählte Themen diskutiert. Am Ende kamen acht Themen zusammen: Sie reichten von „Woran erkennen wir Teilhabe?“ über „Austausch über Methoden in der Beratung von betroffenen Menschen“ bis hin zu „Was braucht es, um Grundbildung bildungspolitisch zu verstetigen?“ – offen, praxisnah und lebhaft.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit dem Titel „Sichtbar, gleichberechtigt, mittendrin. Wie kommen wir dahin?“ tauschten sich Max Landero (Staatssekretär Integration, Antidiskriminierung und Vielfalt), Andrews Mensah (Stand-Up-Comedian und Lerner), Anke Nöcker (Abteilungsleiterin Sportentwicklung im LandesSportBund Berlin) und Sabine Werth (Vorsitzende der Berliner Tafel e. V.) über Wege zu echter Teilhabe aus.
Zum Abschluss sprach Ulrich Raiser (Referatsleiter in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie) ein eindrückliches Schlusswort:
Es ist unsere verdammte Pflicht als Behörden dafür zu sorgen, dass Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, teilhaben können!
Manchmal behandeln Menschen andere Menschen schlecht.
Sie behandeln sie schlecht, weil sie sie nicht mögen.
Das kann eine ganze Gruppe von Menschen sein.
Oder nur eine einzelne Person.
Die Leute mögen sie nicht, weil sie anders sind.
Sie denken zum Beispiel, dass sie besser oder schlechter sind.
Oder sie haben Vorurteile.
Das bedeutet, sie haben schon eine Meinung über diese Menschen.
Und diese Meinung ist oft nicht gut.
„e. V.“ ist die Abkürzung für „eingetragener Verein“ und bezieht sich auf eine bestimmte Rechtsform für Vereine in Deutschland. Ein eingetragener Verein ist eine Organisation, die sich aus einer Gruppe von Menschen zusammensetzt, die gemeinsame Interessen oder Ziele haben.





















